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Malteser Nettetal

Irak: Malteser richten sich vor Angriff auf Mosul auf tausende Flüchtlinge ein

22.08.2016
Malteser International schickt einen fahrbaren Container mit moderner Medizintechnik ausgestattet als „mobile Klinik“ nach Makhmour. (Foto: Malteser International)

Köln. „Unsere Mitarbeiter beobachten in der Region Mosul verstärkte Fluchtbewegungen. Das deutet für uns auf eine baldigen Offensive zur Befreiung der Stadt Mosul hin“, sagt Sid Peruvemba, Programmdirektor von Malteser International. Um die Menschen zu unterstützen, bauen die Malteser die medizinische Nothilfe für Flüchtlinge in der Stadt Makhmour, südöstlich von Mosul, aus. Makhmour, rund 70 Kilometer von Erbil entfernt, ist ein erster Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus der Region Mosul.

Nachdem die irakische Regierung eine Offensive zur Befreiung die Dörfer um Mosul teilweise bereits zurückerobert hat, sind derzeit rund 35.000 Menschen neu aus dieser Region in der Autonomen Region Kurdistan angekommen.

„Viele der Binnenvertriebenen in den besetzten Gebieten haben jahrelang keine Ärzte besuchen können. Das Trinkwasser ist verunreinigt, Kinder wurden nicht geimpft und die Hygienezustände sind katastrophal. Es fehlt vor allem an sauberem Trinkwasser und an medizinischer Grundversorgung“, sagt Lisa Hilleke, die für Malteser International in Erbil in der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak arbeitet. Das alte Camp und die zusätzlich eingerichteten weiteren Unterkünfte für Flüchtlinge in Dibaga in der Region Makhmour sind völlig überfüllt. „An einer Station teilen sich rund 10.000 Menschen den Platz, der ursprünglich für 6.000 Personen ausgelegt war. Die Situation ist schon jetzt, bevor die tatsächliche Offensive für die Stadt Mosul gestartet ist, äußerst schwierig“, sagt Hilleke.

Um die gesundheitliche Situation der Flüchtlinge zu verbessern, werden die Malteser zunächst einen fahrbaren Container mit moderner Medizintechnik ausgestattet als „mobile Klinik“ nach Makhmour schicken. Medizinisches Personal wird sich hier um akute und chronische Krankheiten kümmern und über ansteckende Krankheiten aufklären.

Aufgrund der zu erwartenden Kampfhandlungen rechnet die Regierung der kurdischen Autonomieregion mit bis zu 500.000 weiteren Flüchtlingen, die Zuflucht im Norden des Iraks suchen werden. Für diesen Fall planen die Malteser den Einsatz von zwei weiteren mobilen Teams und Krankenwagen, um die Erstversorgung der Flüchtlinge an der Grenze zur Autonomen Region Kurdistan zu übernehmen.

Mittlerweile haben im Irak rund 3,4 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen, mehr als die Hälfte leben als Flüchtlinge in der Autonomen Region Kurdistan. Hier hat sich die Bevölkerungszahl in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt. Insbesondere das Gesundheitssystem ist damit völlig überlastet. Gemeinsam mit Partnern setzt sich Malteser International bereits seit August 2014 in den Regionen Erbil und Dohuk für die Versorgung von Flüchtlingen in Camps ein.

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